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Sustainable Start-up: Rettergut

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FOOD, FOOD MADE IN BER

Sustainable Start-up: Rettergut

MADE IN BER

Rettergut

Genuss meets Nachhaltigkeit! Das sustainable Start-up Rettergut aus Berlin sagt der Wegwerf-Gesellschaft den Kampf an und macht uns mit Genuss zum Food-Retter…

Schönheitsideale gibt es auch bei Lebensmitteln! Jede Menge Obst und Gemüse wird auf dem Weg ins Supermarkregal aussortiert, weil es in Form und Aussehen nicht dem Standard entspricht. Dabei sind die krummen Gurken und schiefen Möhren mindestens genauso lecker. Das Foodlabel Rettergut aus Berlin setzt dieser Verschwendung ein Ende und zaubert aus Lebensmitteln mit keinen Schönheitsfehlern nachhaltige Köstlichkeiten. 

Welche Vision steckt hinter Rettergut?

Unglaublich aber wahr: Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel schafft es nie vom Feld auf unsere Teller. Rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel werden allein in Deutschland jedes Jahr entlang der Lebensmittelversorgungskette als Abfall entsorgt. 30 % davon schon in der Primärproduktion und in der Lebensmittelverarbeitung. Gleichzeitig verbraucht die Nahrungsmittelproduktion aber in starkem Maße Ressourcen wie Land, Wasser und Energie und verursacht beachtliche Emissionen von Treibhausgasen.

Das Konzept von Rettergut besteht darin, aus geretteten Rohstoffen, die kleine Schönheitsfehler haben, eigene Produkte zu entwickeln und in Super- und Drogeriemärkten als nachhaltige Alternative anzubieten. So können wir als Verbraucher Lebensmittel so umfänglich wie möglich nutzen. Das Team von Rettergut stellt aus den geretteten Lebensmitteln Rezepturen her, die eine lange Haltbarkeit haben und gleichzeitig qualitativ hochwertig und lecker sind, damit wir alle zu Lebensmittelrettern werden. 

Wer steht hinter dem Berliner Start-up?

Das Team von Rettergut kennt sich mit Lebensmitteln schon lange aus, denn 2014 begann es unter dem Namen Dörrwerk bereits mit der Rettung von Früchten und stellte daraus sustainable Snacks her. Ende 2019 erblickte dann das neue Label Rettergut das Licht der Welt. Mit den Jahren wurde den Rettergut-Gründern Philipp und Stefan Prechtner nämlich bewusst, dass noch viele weitere Lebensmittelgruppen von der großen Verschwendung betroffen sind. Deshalb gingen sie den Schritt von der Trocknung von Früchten zur Verarbeitung von Gemüse und der Produktion von Schokolade und anderen leckeren hochwertigen Produkten. 

“Wir spüren Verschwendungen in der Herstellungskette verschiedener Lebensmittel auf und erarbeiten mit unseren Partnern Lösungen, diese abzubauen”, erklärt Philipp Prechtner. “Dabei entstehen hochwertige, haltbare Produkte, die im Super- oder Drogeriemarkt eine nachhaltige Alternative zu regulären Lebensmitteln sind. Der Verbraucher kann so zu einer Reduzierung der Ressourcen- und Lebensmittelverschwendung beitragen und tut damit auch der Umwelt etwas Gutes.”

Was gehört zum Rettergut-Sortiment?

Bei jedem Sortenwechsel in der Schokoladenherstellung gehen nämlich hunderte Kilogramm Schokolade verloren. Das liegt daran, dass die Produktionsanlage für die Schokolade mit Schokolade “gereinigt” wird.  Man “spült” die Anlage sozusagen mit reinster Schokolade. Stellt man etwa die Produktion von Milchschokolade auf Zartbitter um, werden zu Beginn mehrere hundert Kilogramm Mixschokolade bestehend aus Zartbitter und Milchschokolade erzeugt.

Bisher fand diese Mixschokolade keine Verwendung, sondern wurde separat gelagert, weggeworfen oder zu Tierfutter verarbeitet. “Wir konnten es nicht glauben, als wir erfahren haben, dass die Schokolade zwischen den Schokoladen nach einem Sortenwechsel zu Tierfutter verarbeitet wird. Allein ein Kilogramm Kakao braucht bei der Herstellung bis zu 20.000 Liter Wasser, ist also ressourcenintentiv und dazu noch ein hochwertiges Genussprodukt. Da war klar: daraus machen wir unsere mixschokolade”, sagt Rettergut-Gründer Stefan Prechtner.

Abgerundet wird wird die verantwortungsbewusste Produktion von Rettergut mit einer sozialen Komponente: Jeder Verkauf unterstützt neue „Ackerschulen“ des gemeinnützigen Vereins Ackerdemia e. V. in Deutschland in denen Kinder und Jugendliche ihr eigenes Gemüse heranziehen und so einen bewussten Umgang mit und mehr Wertschätzung für diese wertvolle Ressource lernen. 

Wo gibt’s die Produkte von Rettergut?


Text: Leonie Hagemann; Fotos: © Rettergut

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