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Wo geht`s zum Glück, Nicole Staudinger?

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BODY & SOUL, HEALTH

Wo geht`s zum Glück, Nicole Staudinger?

Nicole Staudinger

Nicole
Staudinger

“Wir müssen verinnerlichen, dass wir jeden Tag die Chance haben, unser Glück selbst in die Hand zu nehmen.”

Nicole Staudinger steht für alles, was Frauen stark macht. Ratschläge sind auch Schläge, darauf legt sie großen Wert. Ihr Motto ist übers Herz in den Kopf. 2014 kündigte sie ihre Festanstellung und investierte ihr Bausparvermögen in die „Kölsch“ Idee Schlagfertigkeitstrainings nur für Frauen anzubieten. Vier Wochen nach der Gründung ihres Unternehmens, an ihrem 32.Geburtstag, bekam die Mutter von zwei kleinen Kindern, die Diagnose Brustkrebs. Über ihre Krebserkrankung fand sie zum Schreiben. Im Februar erschien ihr sechstes Buch „Von jetzt auf Glück“. Darin ermutigt die Bestseller-Autorin zum Perspektivwechsel und stärkt ihre Leserinnen im Umgang mit Situationen, wenn sich das Leben mal quer stellt. Im Interview verrät sie mehr über ihr neues Werk und ihren Weg zum Glück.

Wie bist Du auf die Idee zu Deinem Buch gekommen?

Während meiner Krebstherapie habe ich gelernt, dass ich besser dastehe, wenn ich in jeder Situation, und zwar in wirklich jeder das Glück suche. Und ich kann Ihnen sagen, ich habe es tatsächlich immer gefunden. Manchmal auf den zweiten, manchmal auf den vierzigsten Blick. Aber es war immer da. Nach meiner Krebstherapie wandte sich mir das Leben, erstmal wieder zu, doch dann spürte ich die Langzeitfolgen meiner Therapie. Eine gescheiterte Ehe und den Verlust meiner Weiblichkeit. Wieder griff ich auf die „Glück-Seh-Techniken“ zurück, die ich bei meiner Erkrankung und den Nachwehen anwandte, die ich auch meinen Seminarteilnehmerinnen ans Herz lege. Ich fing an mich mit dem Thema Glück intensiv auseinander zu setzen und ich hatte das Gefühl, da kann ich eine Menge zu sagen. Meine Recherchen waren quasi gerade am Ende und ich dachte, jetzt muss ich das nur noch runter schreiben, da platzte die Corona Pandemie mitten in meine Schreibphase. Neben Tour-Absagen und unzähligen Stornierungen meiner Trainings kämpfte ich plötzlich gegen Existenzängste und es ploppten weitere Schicksalsschläge auf. Das Schreiben „Von jetzt auf Glück“ wurde mir maximal erschwert. Genau deswegen war es das richtige Buch für mich. Ich bin sehr stolz, dass es mir gelungen ist, mich mit dem Buch glücklich zu schreiben. Das Buch ist also krisenerprobt und live getestet. 

Was sind Deiner Meinung nach den wichtigsten Faktoren für ein glückliches Leben?

Die Suche nach Glück beginnt für mich immer mit der Frage: Wo liegt der Hebel? Das ist auch ein bisschen unangenehm, denn die Antwort lautet in 99% der Fälle: BEI MIR. Es ist möglich, sich über das rücksichtslose Verhalten meiner Mitmenschen zu ärgern, oder ich fange bei mir an. Andere können wir nie ändern, das haben wir nicht in der Hand. Aber wir haben jeden Tag die Möglichkeit, innezuhalten und können hinterfragen, wie wir in der Welt agieren. Selbstreflektion ist ein Schlüssel zum Glück. Meistens haben wir, mehr als uns bewusst ist, das Heft des Handelns in der Hand. Mündigkeit und Selbstbestimmung sind miteinander verbunden und zwei wesentliche Attribute für ein glückliches Leben. Wie wichtig Mündigkeit und Selbstbestimmung wirklich sind, bemerken wir erst, wenn sie uns genommen wurden. In schweren Zeiten hat mir immer geholfen, zu sortieren, was kann ich beeinflussen und was nicht. Denn es macht einen großen Unterschied, ob wir unglücklich sind, weil wir das Gefühl haben, nichts mehr selbst entscheiden zu können oder ob wir differenzieren, das geht, das geht nicht. Allein durch unsere Mündigkeit und Selbstbestimmung können wir jeden Tag den Hebel zum Glück selbst umlegen. 

Wie hast Du es in Deinem Leben geschafft, auch in schwierigen Situationen ein Stück Glück zu finden?

Nicole Staudinger

Was sind aus Deiner Sicht die größten Glücks-Killer in unserer heutigen Zeit?

Auch wenn ich mich wiederhole. Der Hebel liegt bei mir. Eine wichtige Frage ist: Macht mich das Leben, das ich führe, glücklich? Lautet, die Antwort nein, dann wird es knifflig. Die unweigerliche Folgefrage ist: Warum lebst du es dann so? Es gibt dann die Es-sind-die-anderen-schuld-Antworten. Diese Antworten oder besser Ausreden führen nicht zur Zufriedenheit und erst recht nicht zum Glück. Entweder wir jammern oder wir ändern was. Und wenn wir nichts ändern können, dann müssen in dem das Glück finden, was wir haben, und auch wieder aufhören zu jammern. Wenn wir das erkannt haben, wenn wir einsehen, dass niemand mit einer Dose Glück im Abonnement an die Tür klopfen wird, dann könnten die Antworten vielleicht aus einer anderen Perspektive neu gedacht werden. Dann werden es Ich-habe-es-in-der-Hand-Antworten. Mir hat immer wieder geholfen zu sortieren, was habe ich in der Hand und was nicht. Besonders scheinbar ausweglose Situationen sind beängstigend und unbequem. Wenn der Weg zu Ende ist, braucht es einen neuen oder eine neue Denkweise. Wir müssen verinnerlichen, dass wir jeden Tag die Chance haben, unser Glück selbst in die Hand zu nehmen.

Was möchtest Du Deinen Leserinnen mit auf den Weg geben?

Mir geht es auch bei meinen Glücksseminaren darum, meine Teilnehmerin zu bestärken, nicht mehr Glück zu haben, sondern Glück zu sein. Ich gehe jeden Morgen im Wald laufen. Ein Baum der fest verwurzelt ist, denn kümmert der Sturm nicht, denn er hat ein starkes Fundament. Eine gängige Redensart ist „Ich habe alles, was es zum Glück braucht.“ Aber was passiert, wenn Sie feststellen, dass etwas fehlt oder etwas abhandengekommen ist? Glück wird gern als ein kurzfristiger Zustand, als etwas „Erworbenes“ betrachtet. Wenn wir es schaffen, uns von dieser Denkweise zu verabschieden, öffnet sich eine ganz neue Perspektive. 

Glück ist für mich nicht zufällig oder temporär, sondern die Basis. Wenn wir es schaffen nicht mehr Glück zu haben, sondern es sind, haben wir das Wurzelwerk gebildet, das vielleicht auch der berühmte „innere Friede“ ist, von dem man liest. Es gibt immer wieder Phasen, in denen wir merken, wir können ihn gerade nicht finden. Hören Sie in sich hinein und suchen Sie den inneren Frieden, ohne sich bei der Suche unter Druck zu setzen. Denn viele Dinge, die zum inneren Frieden führen, sind oft gleichzeitig Glückstechniken, mit der Glück verankert wird und nicht mehr an etwas hängt. Wenn wir das geschafft haben, dann fällt uns auch das Fliegen, das Wagen, das Mutig sein viel leichter. 

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Fotos: © Marcus Höhn

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