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Empowerment fürs Wochenbett: Lea Borgmann

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CITY-GUIDE, CITY-TALK

Empowerment fürs Wochenbett: Lea Borgmann

Lea Borgmann

Lea Borgmann

“Wir wollen das Thema Wochenbett ins Rampenlicht holen und Frauen ermutigen, darüber zu sprechen.”

Mit ihrem Label the weeks bringt Lea Borgmann Empowerment ins Wochenbett! The weeks bietet nicht nur Wochenbetteinlagen aus 100% Bio-Baumwolle mit durchdachtem Design, die eine nachhaltige, hautverträgliche und hübsche Alternative zu herkömmlichen Produkten sind, sondern bricht auch mit den Tabus rund ums Wochenbett. Dammrisse, Schweißausbrüche oder der erste Stuhlgang nach der Geburt – Lea Borgmann klärt uns über Mythen rund ums Wochenbett auf und verrät hier, wie sie auf die Idee zu the weeks gekommen ist und was sie langfristig mit ihrem Start-up bewegen möchte…

Wie bist Du auf die Idee zu the weeks gekommen?

Ich habe selbst im April 2020 mein erstes Kind bekommen und nach der Geburt gemerkt, dass ich mich auf vieles mit Kursen und Büchern vorbereitet hatte – nur nicht auf das Wochenbett. Als ich außerdem sehr kurz nach der Geburt Wöchnerinneneinlagen kaufen wollte, fand ich zum einen keine in Bio-Qualität und zum andere hatte ich das Gefühl, irgendwas zwischen Windeln und Verbandszeug zu kaufen. Ich wollte deswegen ein Produkt machen, das die Vorbereitung auf das Wochenbett groß schreibt und gleichzeitig ein schönes Design liefert, das man nicht in der Badezimmerschublade verstecken muss -sondern passend zu dieser Wahnsinnsleistung Geburt stolz und prominent in die Wohnung stellen kann.

Ich fühlte mich im Wochenbett außerdem super vulnerabel. Durch dieses Gefühl und mein kaum vorhandenes Wissen zum Wochenbett habe ich mich oft von (gut gemeinten) Ratschlägen überrumpelt gefühlt. Ich habe Vorschläge angenommen, die ich in einer anderen Situation und mit klarem Kopf nicht so umgesetzt hätte. Darum will ich Frauen* mit fundierten Informationen rund um Wochenfluss, Rückbildung und hormonelles Chaos stärken, eigene Entscheidungen zu treffen und zu diesen zu stehen.Es gibt einfach so viele Meinungen, Lösungen und Wege rund um die Themen Wochenbett und Elternschaft, da möchte ich allen neuen Müttern zurufen: alles ist ok! Entscheide einfach selbst! Und für genau diese Unterstützung steht the weeks für mich.

Was sind die Benefits eurer Bio-Wochenbetteinlagen?

The  weeks Wochenbetteinlagen bestehen, im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Binden für das Wochenbett aus 100% Bio-Baumwolle. Diese  kommt ohne chemische Belastungen aus Pestiziden, Herbiziden und Düngemitteln aus. Sie sind ohne Chlor und Dioxine gebleicht und bieten trotzdem die gleiche Saugkraft und Luftzirkulation wie herkömmliche Binden. So führen unsere Bio­-Wochenbetteinlagen nachweislich zu weniger Reizungen und Irritationen an Haut und Wunden und können die Heilung von Geburtsverletzungen optimal unterstützen.

The  weeks ist dabei als Marke radikal neutral. Wir  senden unseren Kundinnen* mit “alles ist ok” eine Erinnerung an die Unabhängigkeit ihrer Entscheidungen ins Wochenbett. Ohne Dogmen und Bevormundung empowern wir Mütter* zu mehr Selbstbestimmtheit. Wir stehen für  Aufklärung statt Autorität und Wissenschaft statt Glaubenssätzen.

Und: the weeksBio-Wochenbetteinlagen sind schön. Warum uns das wichtig ist? Weil wir glauben, dass wir mit einer ansprechenden Gestaltung dieses eigentlich eher ungeliebte Produkt aus den Badezimmerschubladen ins Rampenlicht holen und das Thema Wochenbett gleich mit aus der Tabuzone.

Was ist dein beruflicher Background?  Was hast du vor der Gründung deiner Brand gemacht?

Ich habe Public Health und Communications studiert und unter anderem für das Robert Koch-Institut zu Themen rund um die Gesundheit von Frauen* und Eltern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gearbeitet.

Wo besteht noch Nachholbedarf beim Wissen über das Wochenbett?

Eigentlich überall. Aus meiner Sicht ist das Problem dabei nicht unbedingt, dass es keine Quellen für dieses Wissen gibt: es gibt nämlich tolle Bücher, Podcasts und Blogs, die sich dem Wochenbett widmen. Und natürlich die Hebamme, die zur Nachsorge ins Wochenbett kommt (aber auch das wird ja leider immer schwieriger).

Ich sehe die Problematik eher an der Stelle, dass sich gerade Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, vor allem auf die Geburt vorbereiten und das Kinderzimmer einrichten. Sie stimmen sich aber oft nicht auf das Wochenbett und all die körperlichen und psychischen Veränderungen ein, die diese besondere Zeit mit sich bringt. Und genau da will the weeks ansetzen: Das Wochenbett als Thema ins Rampenlicht und in die sozialen Medien holen und Frauen ermutigen, miteinander darüber zu sprechen und ihr wertvolles Wissen mit der Welt zu teilen. Dabei geht es sowohl darum, ganz normale Gefühle nach einer Geburt, wie Schmerz, Scham, Irritation und Trauer (und natürlich Liebe) zu teilen, aber auch über den Körper nach einer Geburt zu sprechen, wichtiges Wissen zum Wochenfluss zu vermitteln und zu erklären, warum bestimmte Dinge passieren (zum Beispiel Schweißausbrüche) und andere manchmal ausbleiben (zum Beispiel Stuhlgang).

Über welche Themen möchtet ihr noch aufklären?

Uns klarer Schwerpunkt ist das Wochenbett und alle damit zusammenhängenden Themen: Rückbildung, Wochenbettdepressionen, Beckenboden, Inkontinenz, Hämorrhoiden, Heilung von Dammrissen und anderen Geburtsverletzungen. Und noch so viel mehr!

Wir gehen aber auch ganz stark das Thema Mom-Shaming an: Mütter werden an allen Ecken und Enden belehrt, beschimpft und für verrückt erklärt. Nicht nur in sozialen Medien, auch im Familienkreis, unter Freundinnen und teilweise auf offener Straße. Wir können zwar an der Wurzel des Problems (den anderen Menschen) nicht viel ändern, wollen Mütter mit unserer Arbeit aber darin bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen und auf ihre Entscheidungen zu vertrauen: auch, wenn du nicht stillen oder keinen Besuch im Wochenbett haben willst, Angst davor hast, deine Dammnaht anzugucken oder weinen musst, weil alles so schön ist. Du machst das richtige und es ist wirklich alles total ok.

Hast du einen guten Tipp fürs Wochenbett, den du uns verraten kannst?

Aus meiner Erfahrung sind Eltern, Kinder und Wochenbetten so unterschiedlich, dass es schwierig ist, einen universellen Tipp zu geben. Ich selbst fand Eisbinden nach der Geburt toll, um meine Dammnaht zu kühlen. Und mein absoluter Hebammen-Hack für Frauen*, die Sitzbäder machen wollen, aber keine Badewanne haben: Mit einer über die Toilettenbrille gezogenen Plastiktüte, in die dann von oben in die Mitte der Brille Wasser gegossen wird, lassen sich alle möglichen Sitzbadanwendungen problemlos auch im kleinsten Badezimmer bewältigen!

Was möchtest du mit deinem Label langfristig bewegen?

Ich möchte langfristig alle Themen rund ums Wochenbett in unsere normalen Alltagsgespräche integrieren. So, dass man nicht mehr erst NACH der Geburt checkt, dass tagelang Bäche von Blut aus Frauenkörpern laufen (können) und so viele andere verrückte Dinge total normal sind. Jede Mutter hat es aus meiner Sicht verdient, sich nicht nur unter der Geburt, sondern auch danach wie eine absolute Queen* zu fühlen – und das geht aus meiner Sicht nur dann, wenn wir die Scham aus dem Wochenbett holen und durch ganze viel Wissen und Stolz ersetzen.

Weitere Infos zu Lea Borgmann und THE WEEKS erhaltet Ihr unter:

www.theweeks.de

Hier findet Ihr The Weeks in den Sozialen Netzwerken:


Fotos: © Leah Kunz, © Laura Morgenstern

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