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Gemeinsam besser einkaufen: SuperCoop

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CITY-GUIDE, CITY-TALK

Gemeinsam besser einkaufen: SuperCoop

SuperCoop

“Bei den großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, wie der Klimakrise, dem Erstarken antidemokratischer Bewegungen und dem demografischen Wandel, müssen wir unsere Wirtschaft neu ausrichten.”

Dass Community und Economy keine Gegensätze sein müssen, beweisen Eugénie Wateau, Jessica Pawlak, Johanna Kühner und Marie Populus! Die vier Berlinerinnen sind Gründerinnen und Vorstands-Team des SuperCoop, dem ersten Mitmach-Supermarkt in Berlin. Das Besondere: Der Supermarkt ist als Genossenschaft organisiert und gehört damit allen, die dort einkaufen, und wird gemeinschaftlich betrieben. So können Mitglieder im SuperCoop gute, gesunde Lebensmitteln zu fairen und transparenten Preisen bekommen! Uns haben die Gründerinnen verraten, wie sie auf die Idee zu ihrem Impact-Business gekommen sind, wie wir Teil des Projekts werden können und wann der erste Laden in den Weddinger Osram-Höfen voraussichtlich seine Türen öffnen wird…

Welche Philosophie steckt hinter SuperCoop?

Gemeinsam schaffen wir mehr als allein! Wir stehen vor großen sozialen und ökologischen Herausforderungen, auf die wir neue Antworten finden müssen. Das geht nur zusammen und wenn wir vielfältige Perspektiven einbeziehen. Unsere Vision ist eine Welt, in der alle Zugang zu guten, gesunden und fair produzierten Lebensmitteln haben. 

Wie seid ihr auf die Idee zu dem Projekt gekommen?

Die Idee für einen gemeinschaftlichen Mitmach-Supermarkt ist nicht neu! Das Modell funktioniert bereits seit 1973 in New York und auch in Paris, Brüssel und vielen weiteren Städten mit mehreren tausend Mitgliedern. So wurden wir inspiriert und wollten die Idee auch nach Berlin und Deutschland bringen! Mittlerweile gibt es sogar schon den ersten kooperativen Supermarkt in München und weitere Projekte in Köln und Hamburg, die in den Startlöchern stehen.

Wie habt ihr als Gründungsteam zusammengefunden?

Gestartet sind wir mit ca. 10 Interessierten, die sich zufällig auf verschiedenen Veranstaltungen in Berlin zusammengefunden haben. Mittlerweile haben wir eine Genossenschaft gegründet, arbeiten mit vier Vorstandsmitgliedern fast Vollzeit am Aufbau des ersten Ladens und haben rund 600 Mitglieder, die aus verschiedenen Beweggründen dabei sind, sich mit ihren ganz einzigartigen Erfahrungen einbringen und dazu beitragen, dass eine immer vielfältigere Gemeinschaft entsteht

Wie können wir Teil des Mitmach-Supermarkts werden?

Worauf achtet ihr bei der Auswahl der Waren?

Gemeinsam in unserem Plenum haben wir 10 Kriterien festgelegt, nach denen wir unsere Produkte auswählen. Dazu zählen die kulturellen und wirtschaftlichen Bedürfnisse unserer heutigen und zukünftigen Mitglieder, Gesundheit & Geschmack, Regionalität, Saisonalität, nachhaltige Anbaumethoden, Tierwohl, Fairness gegenüber Erzeuger*innen, Arbeitsschutz und Menschenrechte, minimale Verpackung sowie Klimapositivität. 

Diese Kriterien nimmt unser Einkaufsteam als Grundlage, um nach neuen Produkten zu suchen und Vorschläge der Mitglieder zu prüfen. Dabei ist uns bewusst, dass wir in einem unperfekten System leben und es oft schwer oder (noch) nicht möglich ist, alle Kriterien bei allen Produkten zu erfüllen. Die meisten Produkte werden Bio sein, aber nicht alle. Gerade bei Produkten, die biologisch erzeugt sehr teuer sind wird es Ausnahmen geben und wir wollen auch mit Betrieben arbeiten, die gerade erst in der Umstellung von konventionell auf ökologisch sind und noch kein offizielles Label haben. Wichtig ist es uns, dass wir loslegen und Schritt für Schritt besser werden, um Veränderungen anstoßen. 

Wann wird euer Ladengeschäft voraussichtlich eröffnen?

Welches Ziel wollt ihr langfristig mit SuperCoop erreichen?

Bei den großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, wie der Klimakrise, dem Erstarken antidemokratischer Bewegungen und dem demografischen Wandel, müssen wir unsere Wirtschaft neu ausrichten. Wir brauchen Geschäftsmodelle, die einen Mehrwert für die ganze Gesellschaft schaffen statt für Einzelne. Das wollen wir für den Lebensmittelhandel zeigen und hoffen, dass wir weitere Projekte und Initiativen mit diesem Gedanken zum Mit- und Nachmachen inspirieren können. Genossenschaften bieten in unserer Sicht dafür großes Potenzial: Neben kooperativen Supermärkten und solidarischer Landwirtschaft im Lebensmittelbereich, zeigen zum Beispiel auch Energiegenossenschaften wie Bürger*innen den Wandel selbst in die Hand nehmen und mitgestalten können. 

Weitere Infos zu SuperCoop erhaltet Ihr unter:

www.supercoop.de

Hier findet Ihr SuperCoop in den Sozialen Netzwerken:


Fotos: © SuperCoop

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